MARINE / TAKTIKEN

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MARINE - TAKTIKEN

Insbesondere beim Kampf zwischen Grosskampfschiffen spielt die Taktik die entscheidene Rolle. Aufgrund der bei vielen Kämpfen ausgewogenen Kampfkraft zwischen zwei (oder mehreren) Parteien im Raum, werden Siege fast nur noch aufgrund besserer Kampftaktiken errungen. Im folgenden sind einige wichtige Taktiken aufgeführt:

  1. Anschleichen an / Auflauern auf einen Gegner
  2. Ausschaltung eines kleineren Gegners ohne Waffeneinsatz
  3. Angriff auf gegnerisches Schiff vom Heck
  4. Den Querstrich über das T ziehen
  5. Verstecken von Schiffen in der Flotte
  6. Schlachtwall

 

1. Anschleichen an / Auflauern auf einen Gegner

    Das Anschleichen mit einem Kampfschiff an einen Gegner bzw. das Verstecken vor einem Gegner wird sehr oft in der Praxis eingesetzt. Dazu wird der Impeller des Schiffes abgeschaltet. So ist der Gegner mit seinen Sensoren nicht in der Lage, ein Schiff auf größerer Entfernung mit seinen Sensoren aufzuspüren. Dennoch ist diese Kriegslist nur von beschränkten Nutzen, da man mit ausgeschalteten Impeller weder seine Geschwindigkeit noch seine Richtung merklich ändern kann, ohne entdeckt zu werden. Dieses Manöver wird in erster Linie bei der Aufklärung in feindlichen Territorium benutzt. Im direkten Angriff ist das Manöver ungeeignet, es sei denn man ist nicht vor der Abschaltung durch den Gegner geordet worden. Schaltet man den Impeller-Antrieb ab, bevor man in die Sensor-Reichweite des Gegners gerät, kann man sich auf ihn zu treiben lassen und ihn so ohne gestarteten Impeller und/oder Abwehrsysteme direkt ohne Vorwarnung angreifen. Dies setzt allerdings vorraus, dass der Gegner seine Position während des Anschleiches nicht verändert bzw. seine Position der Erwarteten entspricht.

 

2. Ausschaltung eines kleineren Gegners ohne Waffeneinsatz

    Beim Kampf zwischen mehreren Schiffen ist es oft wichtig, kleine schnelle und unbewaffnete gegnerische Schiffe auszuschalten, bevor diese in der Lage sind, in den Hyperraum zu springen und Verstärkung zu holen.

    Honor Harrington wandte dieses Manöver an (1900 PD.) [HH, Band #1], um ein kleines Kurierboot mit ihrem leichten Kreuzer auszuschalten. Dabei machte sie sich den wesentlich stärkeren Impellerantrieb ihres Schiffes zu nutze. Schiffe mit eingeschalteten Impellerantrieb müssen aufgrund der Raumverzerrung einen gewissen Sicherheitsabstand einhalten. Wird dieser unterschritten, kann es zur Explosion der Impeller-Emitter kommen. Wegen des enormen Unterschieds zwischen den Impellerstärken werden die Emitter eines wesentlich größeren Schiffes kaum oder gar nicht in Mitleidenschaft gezogen, während die Emitter des kleineren Schiffes explodierten und sich das Schiff so nicht mehr fortbewegen konnte. Bei noch größeren Unterschieden der Impellerstärken und bei geringerer Distanz kann es sogar zur Zerstörung des Schiffes kommen.

 

3. Angriff auf gegnerisches Schiff vom Heck

    Beim Angriff auf ein gegnerisches Schiff vom Heck wird oft ein Zickzack-Verfolgungs-Kurs eingeschlagen, insbesondere, wenn das verfolgte Schiff (rot) über ein relativ hohes Waffenpotential am Heck verfügt und das eigene Waffenreservoir stark begrenzt ist. Honor benutzte dieses Manöver, als sie mit ihrem leichten Kreuzer ein Q-Schiff verfolgte, dass das Waffenarsenal eines Superdreadnoughts mit sich führte [HH, Band #1]. Da Honor ihre Raketen nicht verschwenden durfte, musste sie erst bis zu einer gewissen Reichweite aufschliessen, während ihr Gegner bereits eine grosse Anzahl Raketen abschoss. Um zu verhindern, dass die Raketen durch den Rachen (siehe Taktik 4) das Schiff erreichen, befindet sich das Verfolgerschiff auf einem Zickzack-Kurs. Auf diese Weise wird ein grosser Teil der angreifenden Raketen durch die Seitenschilde bzw. den Impeller aufgehalten, falls die Nahbereichsabwehr versagen sollte.

 

4. Den Querstrich über das T ziehen

    Ein Grosskampfschiff hat normalerweise nur zwei Schwachstellen: Den Bug und das Heck. Beide Teile werden weder von dem Impellerbändern, noch den Seitenschilden vor gegnerischen Beschuss geschützt. Aus diesem Grund wird immer vermieden, dem Gegner eine dieser verwundbaren Stellen zuzuwenden. Gelingt es jedoch einer Partei ihre Schiffe (Grün in der Skizze) vor bzw. hinter ein gegnerisches Schiff (rot) zu bringen, bezeichnet man dies als den Querstrich über das T ziehen. Da die eigenen Schiffe dem Gegner die Seite zeigen und die Schiffe an den Seiten über die größte Bewaffnung verfügen, können sie dem Gegner ihre komplette Breitseiten (türkis) in den offenen Rachen schleudern. Da die Gegner (rot) dort auf ihre Nahbereichsabwehrwaffen angewiesen sind (ECM), sind diese Systeme bei starken Beschuss überfordert und können so den Angriff nicht abwehren, was unweigerlich die Zerstörung der Schiffe (rot) mit sich zieht.

 

5. Verstecken von Schiffen in der Flotte

    Beabsichtigt man mit mehreren Schiffen den Gegner (zum Beispiel seine Basis) anzugreifen, ist es oft vom taktischen Vorteil, die Anzahl und Typen der eigenen Schiffe vor dem Gegner zu verbergen. Eine Möglichkeit dabei ist es, Kampfkräftigere Schiffe hinter den Impellerkeilen anderer Schiffe zu verstecken. Honor Harrington machte sich diesen Trick zu Nutze, als sie die Basis der Masadaner auf dem Uriel-Mond Blackbird angriff [HH 2]. Ein dichter Keil von LACs bildete die Spitze des Angriffs. Alle drei Ecken dieses Keils wurden von den verbliebenen Sternenschiffen der Graysons besetzt (Leichte Kreuzer bzw. Zerstörer). Hinter dieser Formation befanden sich die drei Schiffe der RMN. Aufgrund der dicht gepackten Impellerkiele des vorausfliegenden Keils von Schiffen, war es dem stationären Ziel Blackbird nicht möglich, hinter diesen Keil zu sehen und die drei weiteren Impellersignaturen auszumachen. Der Nachteil dieser Formation war jedoch, dass sich die kleine Kampfflotte auf die schlechteren Sensoren der Graysons verlassen musste, da die Sensoren der RMN-Schiffe hinter dem Keil nutzlos waren. Bei Schiffen gleicher Sensorenstärke spielt dies jedoch keine Rolle. Diese Taktik ist jedoch nicht immer besonders wirkungsvoll, denn ein erfahrener Gegner erkennt schnell die Möglichkeit, dass sich weitere Schiffe hinter dem Keil verbergen könnten. Allerdings bleibt ihm die Anzahl und Größe der folgenden Schiffe dennoch verborgen.

    Kurz vor Waffenreichweite tauschten die beiden Schiffsgruppen (Blau / Grün) ihre Plätze. So waren vor dem Kampf die kleineren Schiffe vor feindlichen Raketenbeschuss sicher und konnten sich auf die wesentlich besseren Sensoren- und Verteidigungsysteme der RMN verlassen.

    Eine ähnliche Taktik wandte Honor Harrington beim Kampf um Grayson zwei Jahre später an, als 160 Havi-Schiffe angriffen. Honor versteckte ihre sechs Superdreadnoughts hinter den Impellerkeilen von Schweren Kreuzern und Schlachtkreuzern und leitete so den Kommandeur der feindlichen Flotte in die Irre, der frühzeitig einen Teil seiner Flotte nach Endicott schickte, bevor er erkannte, mit welchen Schiffen er es zu tun hatte.

 

6. Schlachtwall

    Grosskampfschiffe, wie Dreadnoughts oder Superdreadnoughts, werden in einem Flottengefecht im klassischen Schlachtwall angeordnet. Die Schiffe bewegen sich in Kiellinie, und diese Linien sind senkrecht zu einer Formation gestapelt, die nur ein Schiff dick ist und an eine Mauer, einen Wall erinnert. Die Wallschiffe kommen einander dabei so nahe, wie es ihre Impellerkeile erlauben. Der Schlachtwall ist alles andere als leicht zu manövrieren, aber er gestattet maximales Breitseitenfeuer. Die Undurchdringlichkeit der Impellerkeile macht den Schlachtwall somit zum einzig praktikablen Weg, die konstruktionsbedingt in der Breitseite liegende Hauptbewaffnung der Wallschiffe in der Formation einzusetzen. Ausserdem gestattet der Schlachtwalll eine zentrale Koordination der Nachbereichs-Abwehrwaffen und damit größtmögliche Effiziens der Raketenabwehr.

 

 

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